Bündner Wohneigentum

Online-Magazin des Hauseigentümerverbands Graubünden

Ausgabe 131 | März 2026

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Das war 2025 – Jahresbericht HEV Graubünden

Januar

Personelle Veränderungen und Mitgliederentwicklung

Der Hauseigentümerverband Graubünden darf auf eine bereits 43-jährige Vergangenheit zurückblicken. Sie wäre im Grunde noch länger, denn der erste Gründungsversuch fand bereits im Jahre 1936 statt. Doch es brauchte einen zweiten Anlauf im Jahr 1982, bis der Verband effektiv gegründet und so richtig aktiv werden konnte. Dieser zweite Versuch hat sich jedoch mehr als gelohnt, seither darf man nämlich in der Tat von einer Erfolgsgeschichte sprechen. Der Hauseigentümerverband Graubünden ist mit über 11’200 Mitgliedern einer der grössten Verbände Graubündens. Er setzt sich für die Interessen der Haus- und Stockwerkeigentümerinnen und -eigentümer ein und unterstützt diese bei sämtlichen Fragen rund um die Liegenschaft.

Das neue Jahr brachte denn auch gleich ein paar wesentliche Veränderungen mit sich. Nachdem Reto Nick nach 30-jährigem Einsatz die Geschäftsführung des HEV Graubünden per Ende Jahr 2024 abgegeben hat und gleichzeitig auch Thomas Hess nach zwölf Jahren das Präsidium niederlegte, hat Urs Marti als neuer geschäftsführender Präsident die Spitze des HEV Graubünden übernommen. Seit 1. Januar 2025 prägt er nun die strategischen Geschicke des HEV Graubünden gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern massgeblich mit. Die Fussstapfen, die Thomas Hess und Reto Nick hinterlassen haben, sind gross. Ihnen beiden gebührt an dieser Stelle nochmals ein aufrichtiges Dankeschön für die ausgezeichnete Arbeit, den unermüdlichen Einsatz und den grossartigen Support bei der Übergabe der Geschäfte.

Mit dem neuen Präsidenten befindet sich auch die Geschäftsstelle des HEV Graubünden an einem neuen Ort, und zwar an der Grabenstrasse 40 in Chur. Der ganze Monat Januar stand im Zeichen des Aufbaus und der Übernahmearbeiten.

Heute besteht der HEV Graubünden aus den acht Sektionen Chur Regio, Davos, Grigioni Italiano, Mittelbünden, Oberengadin, Prättigau, Unterengadin und Surselva. Insgesamt darf sich der Verband über

11’206 Mitglieder

erfreuen. Gegenüber dem Vorjahr ist der Mitgliederbestand leicht angestiegen. Die Erfolgsgeschichte geht weiter.

Februar

Wichtige Entscheidungen getroffen

Der neu zusammengesetzte Vorstand wie auch der Ausschuss haben zügig die Arbeit aufgenommen. Und so tagte der Ausschuss bereits am 14. Februar 2025 zum ersten Mal und hat die für die Vorstandssitzung traktandierten Geschäfte vorberaten. Der Ausschuss tagte im Übrigen überhaupt zum ersten Mal, denn es ist ein Novum in der Geschichte des HEV Graubünden, dass ein Ausschuss im Einsatz ist. Dieser begründet sich mit der neuen Organisation des HEV Graubünden mit einem geschäftsführenden Präsidenten. Am 19. Februar 2025 fand dann die erste Vorstandssitzung am neuen Standort der Geschäftsstelle des HEV Graubünden an der Grabenstrasse 40 in Chur statt. Nebst den ordentlichen Traktanden wie die Genehmigung der Jahresrechnung und des Budgets sowie die Vorbereitung der Delegiertenversammlung vom Juni berichtete Urs Marti insbesondere ausführlich über die Übernahmearbeiten und wie die Geschäftsstelle die Arbeit aufgenommen hat. Anlässlich der Genehmigung der Jahresrechnung 2024 und des Budgets 2025 hat der Vorstand beschlossen, CHF 15'000.00 des Gewinns als Rückstellung für Wahlen und Abstimmungen zu verwenden. Gleichzeitig sprach er sich dazu aus, zuhanden der Delegiertenversammlung im Juni eine Fondsentnahme von CHF 50'000.00 für die Abstimmungskampagne zur Abschaffung des Eigenmietwerts zu beantragen. Der Vorstand hat sich weiter dazu ausgesprochen, nach aussen geschlossen auftreten und den Systemfehler "Eigenmietwert" korrigieren zu wollen.

Die umstrittene Besteuerung des Eigenmietwerts ist seit Jahren nahezu ein Dauerthema, seit mehr als zwei Jahrzehnten steht die Abschaffung dieser Steuer zur Diskussion. Am 28. Februar 2025 lud der HEV Schweiz zur ausserordentlichen Delegiertenversammlung in Baden, wo die Delegierten die Vorlagen zur Abschaffung der Eigenmietwertsteuer einstimmig gutgeheissen haben. Zum einen wurde dem Bundesbeschluss über die kantonalen Liegenschaftssteuern auf Zweitliegenschaften zugestimmt, zum andern einem Rahmenkredit von CHF 2.5 Mio. zulasten des Aktionsfonds für den Abstimmungskampf. Ausschlaggebender Punkt bzw. ausschlaggebende Petition für die Vorlagen zur Abschaffung der Eigenmiete war die HEV-Petition aus dem Jahr 2016 unter dem Titel "Eigenmietwert abschaffen". Über 145'000 Personen haben damals unterzeichnet. Nach mehr als acht Jahren Beratung im Parlament konnte im Dezember 2024 ein Kompromiss gefunden und damit eine erste Hürde genommen werden. Nun sind die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger gefragt und in erster Linie die HEV Sektionen, um das Stimmvolk für ein Ja an der Urne zu überzeugen. Der HEV Graubünden wird zeitnah eine Abstimmungskampagne eröffnen.

a.o. DV in Baden (Bildquelle: HEV Schweiz)

März

Zusammengehörigkeit und gemeinsame Strategien

Im Frühling finden traditionsgemäss die Generalversammlungen in den Sektionen statt. Der HEV Graubünden legt grossen Wert darauf, einen regen Austausch mit den Sektionen zu pflegen. Deshalb besuchte der Präsident des HEV Graubünden nach seinem Antritt auch jede Sektion persönlich und nahm, wo immer möglich, auch an den Generalversammlungen teil. Den Anfang machte die Sektion Oberengadin, deren GV am 10. März 2025 im Hotel Schweizerhof in St. Moritz durchgeführt wurde. Generalversammlungen bieten immer eine gute Gelegenheit, die Zusammengehörigkeit und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

Zum dritten Mal in der Geschichte der Hauseigentümerverbände trafen sich am 19. März 2025 die Kantonalpräsidenten der Hauseigentümerverbände St. Gallen, Thurgau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Schaffhausen, Glarus und Graubünden zu einem Austausch in Schaffhausen. Im Zentrum der Tagung stand auch hier das Traktandum zur Abschaffung des Eigenmietwerts. Insbesondere ging es um gemeinsame Aktivitäten im Abstimmungskampf. Weiter wurden die kantonale Grundstückgewinnsteuer (Unterschiede, Möglichkeiten zu Anpassungen) und die Mitgliederentwicklung beraten sowie allgemeine aktuelle Themen der Verbände aus der Ostschweiz. Auch die Nachfolge von Thomas Hess im Vorstand des HEV Schweiz wurde eingehend diskutiert. Man sprach sich einhellig dafür aus, gemeinsam den Sitz für die Ostschweiz verteidigen zu wollen, weshalb man sich auf einen einzigen Kandidaten aus der Ostschweiz konzentrieren will.  

Ende März wurde unter der neuen Führung des HEV Graubünden die erste Online-Ausgabe des Bündner Wohnmagazins publiziert. Darin wurden aktuelle Themen aus dem HEV Schweiz, dem Kantonalverband und den Sektionen aufgegriffen sowie verschiedentliche wertvolle Tipps und Tricks rund um die Liegenschaft abgegeben.

Mitte März nahm der HEV Graubünden in der Tageszeitung Stellung zum Thema Wohnungsnot. Und zwar lehnt er staatliche Eingriffe in den Wohnungsmarkt zur Lösung der Wohnungsnot konsequent ab. Er ist der Ansicht, dass solche Massnahmen falsche Anreize schaffen und die dringend benötigten Mittel für andere öffentliche Aufgaben wie Schulen, Verkehr oder Sportanlagen verringern würden. Zudem würden von solchen Eingriffen nur wenige profitieren. Der HEV Graubünden sieht die Lösungen vielmehr in der Beschleunigung von Baubewilligungsverfahren, einem offensiven Umgang mit Ausnutzungsziffern von Baulandparzellen, der Reduktion des heute übertriebenen Denkmalschutzes von ganzen Gemeinde- und Stadtteilen, in Steuererleichterungen für Wohneigentum oder einem guten Dialog, Investoren für Graubünden zu gewinnen. Es gilt, diese Punkte neu zu denken und Anreize zu fördern, statt Vorschriften zu erlassen.

Austausch der Ostschweizer HEV-Präsidenten

April

Meinungs- und Erfahrungsaustausche

Am 8. April 2025 trafen sich die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der HEV-Kantonalsektionen zum regelmässigen Meinungs- und Erfahrungsaustausch in Zürich. Im Zentrum der Tagung stand auch hier die Abstimmung zur Abschaffung des Eigenmietwerts. Weiter wurden die Mitgliederentwicklung und Mitgliederwerbung thematisiert und über bevorstehende Neuerungen wie einen Formulareditor für digitale HEV-Formulare, eine neue Mitgliederdatenbank und neue Websites des HEV Schweiz und der Sektionen berichtet. Im Rahmen eines personellen Traktandums wurde Reto Nick verabschiedet und verdankt und Urs Marti offiziell als sein Nachfolger in die Geschäftsführerkonferenz gewählt.

Auch die Vertreterinnen und Vertreter der Gebäudeversicherung (GVG), des Amtes für Immobilienbewertung (AIB) und des Hauseigentümerverbandes treffen sich periodisch zum Austausch. Dieser fand am 24. April 2025 in den Räumlichkeiten der Gebäudeversicherung statt. Das AIB informierte über den Stand der laufenden 5. Revision, die GVG über das Geschäftsjahr 2024 und die Umgebungsversicherung und der HEV Graubünden über Aktualitäten und bevorstehende Herausforderungen wie die Abstimmungskampagne.

Die Geschäftsstelle beschäftigte sich im April insbesondere mit der Erarbeitung eines Konzepts für die Abstimmungskampagne. Darin wird aufgezeigt, wie der HEV Graubünden gedenkt, die Abstimmung zu promoten und seine Mitglieder und die Bevölkerung allgemein für ein Ja an der Urne zu gewinnen. Dafür sind verschiedenste Aktivitäten vorgesehen wie Informationsveranstaltungen, Stand- und Flyeraktionen, Plakate, Inserate und Leserbriefe in Zeitungen und Regionalblättern, eine Website, ein Mitgliederbrief etc. Das Konzept wurde Mitte April dem HEV Schweiz zur Genehmigung eingereicht.

Thomas Hess wird per Delegiertenversammlung vom 2. Juli 2025 des HEV Schweiz aus dem Vorstand des HEV Schweiz zurücktreten. Nach dem Treffen der Ostschweizer HEV-Präsidenten im März haben diese sich nach weiteren Beratungen für die Kandidatur von Urs Marti als Nachfolger von Thomas Hess ausgesprochen. In der Folge wurde noch vor Ostern die Bewerbung von Urs Marti dem HEV Schweiz eingereicht.

Anlässlich der ersten Ausschusssitzung vom Februar 2025 hat dieser beschlossen, sich einmal pro Quartal abzugleichen. Am 29. April 2025 hat der Ausschuss sodann bereits zum zweiten Mal getagt. Nebst der Abstimmungskampagne ging es darum, die Strategie des Verbandes miteinander zu beraten und zuhanden des Gesamtvorstandes eine Diskussionsgrundlage zu erarbeiten.

Konzept für die Abstimmungskampagne

Mai

Konzept für Abstimmungskampagne vom Vorstand beschlossen

Anfang Mai informierte der HEV Schweiz, dass die Pitches mit verschiedenen Agenturen zur Umsetzung der Abstimmungskampagne abgeschlossen sind und der Hauptauftrag an die Agentur «BERTAKOMM» vergeben wurde. Im Rahmen einer Videokonferenz berichtete der HEV Schweiz über den aktuellen Stand der Kampagnenarbeiten. Wenige Tage später legte der Bundesrat den Abstimmungstermin endgültig auf den 28. September 2025 fest.

Der HEV Graubünden informierte daraufhin umgehend seine Sektionen, dass der Fokus nun auf der Umsetzung der Abstimmungskampagne liegt. Zur Vorbereitung wurde kurzfristig eine Vorstandssitzung einberufen, um das im April von der Geschäftsstelle erarbeitete Konzept und die geplante Umsetzung zu besprechen. Der Vorstand des HEV Graubünden verabschiedete das Konzept mit grosser Anerkennung. Als erste Massnahme wurde ein Mitgliederbrief beschlossen, der zugleich einen Spendenaufruf beinhalten soll.

Besonders erfreulich ist, dass der HEV Graubünden den HEV Schweiz von der Massnahme «Hängekartons im Postauto» überzeugen konnte, welche daraufhin in die Hauptkampagne aufgenommen wurde. Zudem erhielt der HEV Graubünden die Zusage, dass sich der HEV Schweiz mit einem Beitrag von CHF 40'000.00 an den Kampagnenmassnahmen beteiligen wird.

Videokonferenz HEV Schweiz zur Abstimmungskampagne

Juni

Delegiertenversammlung des HEV Graubünden in Davos und Stützpunktkonferenz des HEV Schweiz in Zürich

Am 27. Juni 2025 fand die Delegiertenversammlung in der Hochgebirgsklinik Davos statt. Dabei stand ein zentrales Thema im Fokus: Die Abschaffung des Eigenmietwerts. 94 Delegierte und rund 20 Gäste aus Wirtschaft und Politik folgten der Einladung und setzten ein klares Zeichen gegen die umstrittene Steuer auf fiktives Einkommen. Nationalrat und HEV Schweiz-Präsident Gregor Rutz betonte in seinem Referat treffend, dass Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer mit dem Eigenmietwert eine Steuer auf ein Einkommen bezahlen, das es gar nicht gibt.

Regierungsrat Martin Bühler überbrachte die Grüsse der Bündner Regierung und unterstrich die wichtige Rolle des Hauseigentümerverbandes für den Kanton. Valérie Favre Accola, Standesvizepräsidentin und Statthalterin von Davos, stellte den Anwesenden die Region und die lokale Wohnsituation vor.

Thomas Hess, der den Verband zwölf Jahre lang erfolgreich präsidiert hatte, wurde für seine Verdienste geehrt und mit warmem Applaus verabschiedet. Der emotionale Höhepunkt der Versammlung war die Verabschiedung von Reto und Regula Nick, die 30 Jahre lang die Geschäftsstelle geleitet hatten. Der ehemalige Direktor des Hauseigentümerverbandes Schweiz, Ansgar Gmür, würdigte in seiner Laudatio die Arbeit des Paares auf humorvolle und treffende Weise. Thomas Hess sowie Reto und Regula Nick wurden mit Applaus zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Die statutarischen Geschäfte – darunter der Jahresbericht 2024, die Jahresrechnung 2024 sowie das Budget 2025 – wurden einstimmig genehmigt. Auch dem Antrag des Vorstands zur Gewinnverwendung, CHF 15'000.00 als Rückstellung für künftige Wahlen und Abstimmungen zu reservieren, wurde einstimmig zugestimmt. Ebenso dem Antrag um eine Fondsentnahme von CHF 50'000.00 für die Abstimmungskampagne. Abgerundet wurde die Versammlung mit einem gemeinsamen Mittagessen und einer Besichtigung der Hochgebirgsklinik Davos.

Im Rahmen der Stützpunktkonferenz des HEV Schweiz wurde über den aktuellen Stand der Abstimmungskampagne informiert. Diese gliedert sich in zwei Phasen: Vor der Sommerpause liegt der Schwerpunkt auf der sogenannten "Geistersteuer". Ziel ist es, der Bevölkerung aufzuzeigen, dass der Eigenmietwert eine absurde Regelung darstellt – schliesslich wird dabei ein Einkommen besteuert, das in Wirklichkeit gar nicht existiert. Nach der Sommerpause richtet sich der Fokus auf die Förderung von Wohneigentum. Im Zentrum stehen dabei der Ersterwerberabzug, der jungen Familien den Zugang zu Wohneigentum erleichtern soll, sowie die Sicherung von selbstgenutztem Eigentum im Alter – insbesondere bei tieferem Einkommen.

Der HEV Graubünden befindet sich mitten in der Umsetzung seiner Abstimmungskampagne und steht in engem Austausch mit seinen Sektionen. Ziel ist es, die Bevölkerung direkt anzusprechen und sie von der Notwendigkeit der Abschaffung der sogenannten "Geistersteuer" zu überzeugen.

Verabschiedung von Thomas Hess, Regula und Reto Nick anl. DV HEV GR in Davos

Juli

Delegiertenversammlung des HEV Schweiz in Bern

Am 2. Juli 2025 lud der HEV Schweiz zur 110. ordentlichen Delegiertenversammlung nach Bern ein. Auf der Traktandenliste standen unter anderem die Genehmigung der Jahresrechnung 2024, des Budgets 2026, drei Anträge zu Rahmenkrediten zulasten des Aktionsfonds sowie eine Ersatzwahl für die Einsitznahme im Vorstand des HEV Schweiz. Die Delegiertenversammlung genehmigte zunächst einen Antrag des Vorstandes auf einen zusätzlichen Rahmenkredit von CHF 2 Mio. für den Abstimmungskampf zur Abschaffung des Eigenmietwerts. Zudem wurde ein Antrag des HEV Kanton St. Gallen für einen weiteren Rahmenkredit von CHF 500'000.00 gutgeheissen, um im Bedarfsfall seitens des HEV Schweiz reagieren und mit einer zusätzlichen Schlusskampagne gezielt unentschlossene Stimmbürgerinnen und Stimmbürger für ein Ja zur Vorlage gewinnen zu können. Ebenfalls genehmigt wurde der Antrag des Vorstandes für einen Rahmenkredit von CHF 1 Mio. für die Beschaffung einer neuen Software für die Mitgliederdatenbank ("Kunden-/Marketing-Informations-System"). Unter Traktandum 9 "Wahlen" wurde Urs Marti einstimmig als Nachfolger von Thomas Hess für den Rest der laufenden Amtsperiode bis 2028 in den Vorstand des HEV Schweiz gewählt.

Der zweite, öffentliche Teil der Versammlung stand ganz im Zeichen der bevorstehenden Abstimmung zur Abschaffung des Eigenmietwerts. Nach den Grussworten folgte ein informativer Beitrag, wobei Nationalrat Philipp Matthias Bregy über die einmalige Chance berichtete, die Reform endlich umzusetzen. Unter Traktandum 4 rief Nationalrat und HEV Schweiz-Präsident Gregor Rutz alle Anwesenden dazu auf, sich mit vollem Einsatz im Abstimmungskampf zu engagieren und das persönliche Umfeld zu mobilisieren. Den Abschluss bildete ein musikalischer Beitrag, gefolgt von einem gemeinsamen Nachtessen.

Am 18. Juli 2025 erschien im Bündner Tagblatt der zweite Gastkommentar von Urs Marti. Darin nutzte er die Gelegenheit, die Bevölkerung auf die Bedeutung der Abstimmung vom 28. September 2025 hinzuweisen und erklärte insbesondere, weshalb nicht direkt über die generelle Abschaffung des Eigenmietwerts abgestimmt wird, sondern über eine Verfassungsänderung, die die Einführung einer Objektsteuer auf selbstgenutzten Zweitliegenschaften ermöglichen soll.

Delegiertenversammlung des HEV Schweiz im Kursaal in Bern

August

Kampagnenarbeit

Der Monat August war geprägt von der Umsetzung der einzelnen Massnahmen im Zusammenhang mit der Abstimmungskampagne zur eidgenössischen Volksabstimmung vom 28. September 2025 über die Abschaffung des Eigenmietwerts. Ein zentrales Augenmerk galt den Parolenfassungen der politischen Parteien im Kanton Graubünden. Urs Marti besuchte die Versammlungen der SP, der FDP und der GLP und hatte dort die Gelegenheit, die Haltung des Hauseigentümerverbands zu präsentieren und zu vertreten. Die SP hat wie erwartet die Nein-Parole gefasst. Dem gegenüber fanden sowohl bei der FDP als auch bei der GLP die Argumente des HEV Graubünden Anklang. Die FDP beschloss mit lediglich einer Gegenstimme die Ja-Parole. Etwas herausfordernder war die Ausgangslage bei der GLP. Urs Marti gelang es jedoch, die Versammlung mit seiner Argumentation zu überzeugen, sodass schliesslich auch die GLP die Ja-Parole fasste. Gleichzeitig nutzten verschiedene Sektionen die Gelegenheit, die Position des Hauseigentümerverbands bei diversen Veranstaltungen aktiv einzubringen und den Dialog mit den Mitgliedern zu stärken.

Anlässlich des regulären Treffens der Ostschweizer HEV-Präsidenten am 18. August 2025 wurde ein Abgleich zur Umsetzung der Kampagne vorgenommen und aus den jeweiligen Kantonen wurde über die einzelnen Massnahmen berichtet. Auch an der Geschäftsführerkonferenz vom 20. August 2025 genoss die Abstimmung sowie die damit verbundenen Arbeiten oberste Priorität auf der Traktandenliste.

Mitglieder von Vorstand und Beirat des HEV Kanton Zürich führten am Freitag, 22. August 2025, und Samstag, 23. August 2025, auf der Alp Flix im Hotel Piz Platta einen Workshop durch, zu dem Urs Marti als Gast eingeladen war. Dabei ging es um einen allgemeinen Austausch zwischen den Hauseigentümerverbänden und die Kampagne zur Abstimmung stand ebenfalls im Mittelpunkt. Aber auch das gesellige Beisammensein kam nicht zu kurz.

Der HEV Graubünden engagierte sich am Samstag, 23. August 2025, in Zusammenarbeit mit der Sektion Chur Regio erstmals aktiv mit einer Stand- und Flyeraktion. Während dreier Stunden suchte man das Gespräch mit der Bevölkerung und händigte Flyer sowie Gummibärli aus.

Ein überparteiliches Komitee, bestehend aus Politikerinnen und Politikern auf nationaler und kantonaler Ebene, unterstützt den HEV Graubünden in seinem Engagement für die Abschaffung des Eigenmietwerts. Am 28. August 2025 traf man sich zu einem Austausch, um die weiteren Schritte innerhalb der Kampagne zu beraten.

Standaktion auf dem Martinsplatz in Chur

September

Ein historischer Volksbeschluss

Zu Beginn des Septembers tagte der Ausschuss bereits zum dritten Mal in diesem Jahr. Nebst der Abstimmungskampagne stand auch der Strategie-Check des Verbandes auf der Traktandenliste. Die Geschäftsstelle hatte im Vorfeld ein Arbeitspapier erarbeitet, das verschiedene Fragestellungen zur künftigen strategischen Ausrichtung des Verbandes aufzeigt. Ziel ist es, nach Abschluss der Kampagnenarbeit, die bis zur Abstimmung von Ende September Priorität geniesst, gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern zentrale Themen vertieft abzuarbeiten. Dazu gehören u.a. die Aufgabenteilung zwischen dem Kantonalverband und den Sektionen, die Altersstruktur des Verbandes, der Einsatz von Marketinginstrumenten sowie finanzielle Aspekte. Die Strategiearbeit soll vertieft und gezielt angegangen werden, um den Verband langfristig zu stärken und zukunftsorientiert auszurichten.

Am 28. September 2025 wurde Geschichte geschrieben. Die Schweizer Bevölkerung sagte deutlich JA zur Abschaffung des Eigenmietwerts – ein historischer Moment. Das klare Resultat ist ein grosser Erfolg für den Mittelstand, für ein faires Steuersystem, für Anreize zum Sparen, für das Eigentum, für den Föderalismus und für ehrliche Argumente.

Im Kanton Graubünden haben 67.14 % der Stimmberechtigten der Vorlage zugestimmt. Damit liegt der Kanton Graubünden, der im Vorfeld als Wackelkandidat gegolten hatte, weit über dem Wert der gesamten Schweiz. Bemerkenswert ist auch, dass die Stadt Chur von den 15 grössten Städten der Schweiz als einzige einen Ja-Anteil von über 60 % erzielte. Dies unterstreicht die Wirksamkeit der durchgeführten Kampagne.

Die Befürworterinnen und Befürworter konnten mit klaren und sachlichen Argumenten überzeugen, dies aus gutem Grund. Den Gegnern ist es nicht gelungen, den Mittelstand mit der Behauptung einer Umverteilung zwischen Arm und Reich zu blenden. Die dogmatische Sichtweise hat nicht gegriffen, denn tatsächlich wird der Mittelstand gestärkt und nicht einige wenige Reiche. Die bürgerliche Seite und die Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer konnten überzeugen. Gleichzeitig müssen auch viele Mieterinnen und Mieter und Personen aus dem linken Lager der Vorlage zugestimmt haben, ansonsten eine solch klare Mehrheit kaum möglich gewesen wäre. Man hat erkannt, dass volkswirtschaftliche Gründe überwiegen, dass die Unlogik nicht mehr greifen kann und dass Bund, Kanton und Gemeinden über genügend Instrumente verfügen, um ihre Haushalte solide zu finanzieren. Es braucht keine fiktive Steuer und auch keine fiktiven Abzüge.
 
Die Kampagne war ein voller Erfolg. Der Verband blickt mit Stolz und Freude auf das Erreichte zurück. Entscheidend war sicherlich auch das grosse Engagement auf der Strasse. Die Befürworterinnen und Befürworter haben sich öffentlich gezeigt und ihre Position sichtbar und aktiv vertreten, die Gegnerinnen und Gegner blieben stattdessen im Hintergrund.

Der HEV Graubünden bedankt sich an dieser Stelle herzlich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern für ihr Vertrauen und den grossartigen Einsatz. Ein besonderes Dankeschön gilt den unterstützenden Parteien (FDP, die Mitte, SVP, Grünliberale) und Organisationen (Gewerbeverband Graubünden, Handelskammer und Arbeitgeberverband Graubünden, SVIT Graubünden) sowie dem überparteilichen Komitee bestehend aus kantonalen und nationalen Politikerinnen und Politikern. Ein ebenso grosser Dank gebührt dem HEV Schweiz und der Agentur BERTAKOMM, die den Sektionen jederzeit unkompliziert und mit hervorragendem Support zur Seite standen.

Der Kanton Graubünden kann nun frei und auf sich zugeschnitten den moderaten Steuerausfall mit der Objektsteuer kompensieren. Dies kann so ausgestaltet werden, dass Zweitwohnungsbesitzerinnen und -besitzer wie heute ihren Beitrag leisten. Der HEV Graubünden ist sich der Bedeutung der Zweitwohnungsbesitzenden für den Kanton bewusst und wird sich entsprechend dafür einsetzen, dass diese nicht überproportional belastet werden. Zu diesem Zweck wird der Verband proaktiv das Gespräch mit dem Kanton suchen und seine Vorstellungen in den weiteren Prozess einbringen.

Dankes-Inserat für die grosse Unterstützung

Oktober

Nachbereitungsarbeiten und Vorstandssitzung

Nach der erfolgreichen Abstimmung von Ende September stand der Oktober im Zeichen der Nachbereitung der Abstimmungskampagne. Die Geschäftsstelle verfasste einen Schlussbericht, um zuhanden des Vorstandes und des HEV Schweiz Rechenschaft abzugeben. Darin wurde u.a. über sämtliche geplanten und effektiv durchgeführten Aktionen Bericht erstattet und insbesondere über die Ein- und Ausgaben rapportiert.

Für die Umsetzung der Massnahmen wurden insgesamt weniger finanzielle Mittel benötigt als ursprünglich budgetiert. Während einige Positionen mit höheren Ausgaben verbunden waren, konnten bei anderen Kosten eingespart werden. Bestimmte Aktionen wie etwa der Massenversand eines Flyers in alle Briefkästen wurden zudem verdankenswerterweise vom HEV Schweiz finanziert.

Anlässlich der Vorstandssitzung vom 21. Oktober 2025 genehmigt der Vorstand den Schlussbericht. Um die im Rahmen der Kampagne eingesetzten Mittel teilweise wieder auszugleichen und die Reserven des HEV Graubünden wieder etwas zu stärken, genehmigte er auch den Antrag der Geschäftsstelle, den Sektionen einen finanziellen Beitrag von CHF 1.00 pro Mitglied in Rechnung zu stellen. Ursprünglich war ein Beitrag von CHF 5.00 pro Mitglied vorgesehen. Da die Gesamtkosten der Kampagne jedoch deutlich unter dem ursprünglich budgetierten Betrag liegen, kann der Beitrag auf CHF 1.00 reduziert werden. Dieser Beitrag der Sektionen soll auch als Zeichen gegenüber dem HEV Schweiz verstanden werden, der sich ebenfalls mit einem namhaften Beitrag an der Kampagne beteiligt hat. Durch den Betrag der Sektionen wird ein Ausgleich geschaffen und auch die gemeinsame Verantwortung für die Kampagne wird unterstrichen. Ebenfalls wurde die Grundhaltung des Vorstandes in Bezug auf die Objektsteuer definiert.

Im Rahmen der Vorstandssitzung wurde auch das Strategiepapier zur langfristigen Ausrichtung des Verbandes grob beraten. Um sich der Thematik angemessen zu widmen, wurde eine separate Sitzung im 2026 vereinbart.

Ende Oktober durfte der HEV Graubünden die Ostschweizer Kantonalpräsidenten zum regulären Austausch in seiner Geschäftsstelle empfangen. Nebst dem Rückblick auf die Abstimmung sowie dem Ausblick auf die Ausgestaltung einer allfälligen Objektsteuer wurde insbesondere die Mitgliedergewinnung thematisiert. Das Gremium hat beschlossen, zu Gunsten dieser wichtigen Thematik ebenfalls eine separate Sitzung anfangs 2026 einzuberufen. Ziel soll sein, unter dem Stichwort Eigentumsförderung Themenfelder zu erarbeiten, um auch junge Menschen zu gewinnen. Es sollen konkrete Vorschläge ausgearbeitet werden, welche dann je nach Entscheidungsgremium auch dem Schweizerischen Verband beantragt werden können.

Mindmap Brainstorming Strategie HEV Graubünden

November

Ausgestaltung der Objektsteuer/Massnahmen zur Einflussnahme auf die Bündner Regierung

Nach der Abstimmung ist vor der Objektsteuer. Der HEV Graubünden hat bereits während der Abstimmungskampagne mehrfach gegenüber seinen Mitgliedern kundgetan, dass er sich im Falle einer Annahme der Vorlage dafür einsetzen werde, dass eine mögliche Objektsteuer ausgewogen ausgestaltet wird und keine übermässige oder gar unverhältnismässige Belastung der Zweitwohnungsbesitzerinnen und -besitzer entsteht. In diesem Sinne hat die Geschäftsstelle unmittelbar nach der Abstimmung ein Schreiben an den zuständigen Regierungsrat verfasst. Darin wurden die Haltung des Verbandes sowie konkrete Vorstellungen zur Ausgestaltung der neuen Steuer dargelegt und gleichzeitig um ein persönliches Gespräch ersucht. Parallel dazu hat die Geschäftsstelle weitere politische Einflussmöglichkeiten vorbereitet. Die Folgemassnahmen in den einzelnen Kantonen bildeten auch an der dritten Geschäftsführerkonferenz, die im Kanton Solothurn stattfand, das zentrale Thema. Daneben standen die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich 2025 (MuKEn 2025) auf der Traktandenliste sowie die Nebenkostenregelung beim ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch) im Mietvertrag.

Am 28. November 2025 lud der HEV Schweiz zur Präsidentenkonferenz ins Hotel Park Hyatt in Zürich ein. Präsident Gregor Rutz gab einen Rückblick auf die Abstimmungskampagne und zog daraus spannende und zukunftsweisende Schlussfolgerungen. Dabei würdigte er vor versammelter Gesellschaft auch die Arbeit des HEV Graubünden im Zusammenhang mit dem erfreulichen Abstimmungsresultat als Bergkanton. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Ansprache war ein Ausblick auf die Strategie 2030 des HEV Schweiz. Diese beinhaltet u.a. die Stärkung der Vertretung in der Suisse Romande und im Tessin, die Verbesserung der politischen Schlagkraft, die Stärkung der Kampagnenfähigkeit und die Erhöhung des Mitgliederbestands. Auch der HEV Graubünden wird diese strategischen Ziele in seine eigene Ausrichtung einfliessen lassen. Ständerätin und HEV Schweiz-Vizepräsidentin Brigitte Häberli warf einen Blick in die Zukunft auf bevorstehende politische Entscheide. Den Abschluss der Konferenz bildete ein spannendes Referat von Prof. Dr. Thomas Zurbuchen zum Thema «Wohnen auf dem Mars? Wie Innovation den Umgang mit Immobilien verändert.»

Präsidentenkonferenz HEV Schweiz

Dezember

Ein erfolgreiches erstes Jahr unter neuer Führung geht zu Ende

Wie das Jahr begonnen hat, so sollte es auch zu Ende gehen, nämlich mit einem Austausch mit den einzelnen Sektionen. Die Präsidentinnen und Präsidenten der Sektionen sowie die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer sowie Sekretariate leisten das ganze Jahr über grosse und wertvolle Arbeit, weshalb es dem Kantonalverband umso wichtiger ist, in engem Austausch zu stehen und auch regelmässig Bedürfnisse, Anliegen und Anregungen abzuholen.

Mitte Dezember tagte der Ausschuss zum vierten und letzten Mal im 2025. Im Zentrum der Traktandenliste stand die Vorbereitung des auf den April 2026 terminierten Strategiemeetings. Nachdem im 2025 die Abstimmungskampagne im Fokus lag, wird das 2026 im Zeichen der Strategie stehen. In Anlehnung an die Strategie 2030 des HEV Schweiz stehen im Besonderen die Themen Mitgliederwerbung, politische Schlagkraft, Organisation und Führungsrhythmus sowie die Finanzen im Zentrum.

Die Geschäftsstelle des HEV Graubünden blickt auf ein sehr erfolgreiches, spannendes und auch lehrreiches Jahr zurück. Ein erster Blick auf die Jahresrechnung zeigt, dass auch in finanzieller Hinsicht das erste Geschäftsjahr unter neuer Führung überaus positiv abschliesst.

Der HEV Graubünden dankt seinen Sektionen und den Mitgliedern für das Vertrauen, die aktive Mitarbeit, die Weiterempfehlungen sowie das sehr geschätzte Miteinander und blickt voller Tatendrang und Motivation auf das neue Jahr 2026.

Der HEV Graubünden wünscht geruhsame Festtage


Bilanz per 31.12.2025

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Erfolgsrechnung 2025

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Budget 2026

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HEV Graubünden

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