Die Initianten forderten, dass sich die Stadt Chur aktiv für preisgünstigen Wohnraum einsetzt und innert zwei Jahren die Voraussetzungen schafft, damit zukünftig ein Drittel der jährlich neu erstellten Wohnfläche dauernd in Kostenmiete vermietet wird. Der Stadtrat hat die Initiative – zusammen mit einem eigenen Gegenvorschlag – an den Gemeinderat überwiesen. Dieser hatte anlässlich seiner Sitzung vom 29. Januar 2026 darüber zu befinden.
Eigentumsrechte müssen gewahrt bleiben.
Der HEV anerkennt und unterstützt das Anliegen, dass Wohnungen zu bezahlbaren Preisen in Chur verfügbar sind. Jedoch legt er darauf Wert, dass dabei die verfassungsmässig geschützten Eigentumsrechte gewahrt bleiben. Seit seiner Gründung setzt sich der HEV konsequent für den Schutz und den Erhalt von Eigentum ein, so wie es in Artikel 26 der Bundesverfassung verankert ist.
Nach Auffassung des HEV Chur Regio zielt die Initiative in der vorliegenden Form nicht in die richtige Richtung und greift zu stark in das Grundeigentum ein. Aus diesem Grund hat er im Vorfeld der parlamentarischen Debatte eine Stellungnahme zuhanden der politischen Entscheidungsträger eingereicht und seine Überlegungen dargelegt. Darin zeigte der HEV Chur Regio auf, dass die Initiative aus seiner Sicht zu weit geht und auch der Gegenvorschlag des Stadtrates nicht ausgereift ist. Dieser sieht eine Reduktion auf einen Viertel der neu erstellten Wohnungen zur Vermietung in Kostenmiete vor sowie die Streichung des Wortes «jährlich». Dieses Ziel möchte der Stadtrat primär mit städtischen Mitteln erreichen, etwa mit einer aktiven Bodenpolitik, dem eigenen Immobilienportfolio, der WSC sowie der Vergabe von Baurechten.
In den Augen des HEV Chur Regio bestehen verschiedene anderweitige Möglichkeiten mit effektiven Chancen für die Stadt, um kostengünstigen Wohnraum zu schaffen, beispielsweise durch eine bessere Nutzung der Baulandparzellen. Indem ein Drittel oder ein Viertel der neuerstellten Wohnungen in Kostenmiete abgegeben werden müssen, passiert nämlich genau das Gegenteil, und zwar verteuern sich zwei Drittel resp. drei Viertel der Wohnungen, damit sich die Investition in ein Gebäude auch überhaupt lohnt. Der HEV Chur Regio hat deshalb empfohlen, das Geschäft zur Überarbeitung an den Stadtrat zurückzuweisen.
Die Ausführungen des HEV fanden im Gemeinderat Gehör. Das Geschäft wurde mit 11 zu 10 Stimmen an den Stadtrat zurückgewiesen. Der HEV Chur Regio hofft – insbesondere da er mit rund 4'500 Mitgliedern die mit Abstand stärkste Interessenvertretung im Bereich Grundeigentum darstellt – bei der Standortbestimmung und Erarbeitung möglicher Lösungen miteinbezogen zu werden.




