Bündner Wohneigentum

Online-Magazin des Hauseigentümerverbands Graubünden

Ausgabe 132 | August 2026

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Diese Untermieter wollen wir nicht wirklich

Wir wissen es: Nicht alle Bewohner einer Liegenschaft zahlen Miete oder helfen beim Frühlingsputz. Spinnen, Silberfischchen, Ameisen, Fliegen und Mücken, ja sogar Mäuse oder gar ein Marder auf dem Dachboden – sie alle können sich unser Zuhause als Luxuswohnung aussuchen. Und je mehr solcher Untermieter man hat, desto mehr stört es, es wird zur Plage.

Manchmal kann man selbst Abhilfe schaffen, manchmal braucht man Hilfe, vielleicht einen Kammerjäger. Kammerjäger? Der Begriff klingt zwar seltsam, nach jemandem, der auf Jagd geht – bewaffnet mit Fliegenklatsche, Giftdose und Putzlumpen, auf Jagd in einer Kammer. Tatsächlich handelt es sich aber um speziell ausgebildete Fachleute für Schädlingsbekämpfung.

Ja, wenn sich tierische Untermieter dauerhaft einnisten oder stark vermehren, ist der Einsatz eines Kammerjägers sinnvoll.

Ein Kammerjäger klärt zunächst ab, um welche Tiere oder Insekten es sich handelt und woher sie kommen. Anschliessend sucht er nach der Ursache des Problems, etwa nach undichten Stellen, Nistplätzen oder Eintrittsöffnungen. Erst dann legt er geeignete Massnahmen fest. Dabei gilt heute der Grundsatz: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Häufig kommen mechanische Fallen, bauliche Massnahmen oder gezielte Bekämpfungsmittel zum Einsatz. Chemische Mittel werden möglichst sparsam und nur dort eingesetzt, wo sie wirklich erforderlich sind.

Nach der Bekämpfung gibt der Fachmann auch Tipps, wie sich ein erneuter Befall vermeiden lässt. Beispielsweise durch das Abdichten von Ritzen, das richtige Lagern von Lebensmitteln oder das Beseitigen von Feuchtigkeitsquellen.

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Spinnen gehören wohl zu den häufigsten Mitbewohnern. Auch wenn ihr Anblick nicht jedermanns Sache ist, sind sie eigentlich nützliche Helfer. Sie fangen Mücken und andere Insekten und leisten damit einen kleinen Beitrag zum «Insektenschutz» im Wohnzimmer. Wer trotzdem keine Spinnweben in den Zimmerecken möchte, sorgt dafür, dass Fliegengitter an Fenstern und Türen den Einzug neuer Achtbeiner erschweren. Eine häufige Reinigung hilft zusätzlich.

Silberfischchen sind unangenehm, nicht zuletzt, wenn sie blitzschnell über den Boden huschen. Sie mögen Feuchtigkeit und Wärme. Häufiges Lüften, trockene Fugen und das rasche Beheben kleiner Wasserlecks machen ihnen das Leben deutlich weniger angenehm.

Auch Ameisen finden manchmal den Weg ins Haus, besonders dann, wenn Essensreste oder offene Lebensmittel locken. Hier hilft Sauberkeit und Ordnung bei den Lebensmitteln sehr oft mehr als Chemie. Lebensmittel gut verschliessen, Essensreste rasch entfernen und mögliche Eintrittsstellen an Fenstern oder Mauerritzen abdichten. So endet die Ameisenstrasse meist schneller, als sie begonnen hat.

Wichtig zu wissen: Nicht jedes Tier im oder am Haus ist ein Schädling. Viele Insekten und Wildtiere stehen unter Schutz oder erfüllen eine wichtige Rolle in der Natur. Ein seriöser Kammerjäger prüft deshalb immer zuerst, ob eine schonende Lösung möglich ist.

Nebst Insekten können auch Nager wie Mäuse und Marder, vor allem in ländlichen Gegenden und in älteren Häusern, angetroffen werden. Vielleicht ist man Katzenfreund. Aber Vorsicht: Da zum Beispiel Marder unter Schutz stehen, dürfen sie nicht einfach gefangen oder getötet werden. Gegen Nager hilft es, mögliche Zugänge fachgerecht zu verschliessen – aber bitte erst, wenn die Tiere verscheucht worden sind.

Mäuse tauchen eher in Keller oder in der Garage auf. Sie suchen vor allem im Herbst nach einem warmen und trockenen Unterschlupf. Kleine Öffnungen an Fassaden oder Türen reichen oft schon als Eingang. Wer diese abdichtet und Lebensmittel oder Tierfutter gut verschlossen lagert, macht das Haus deutlich weniger attraktiv.

Ein gepflegtes Haus, regelmässiges Lüften sowie das Abdichten kleiner Ritzen und Öffnungen verhindern viele Probleme bereits im Voraus. Chemische Mittel sollten nur dann eingesetzt werden, wenn es wirklich nötig ist. Und möglichst gezielt.

Urs Marti

Präsident HEV Graubünden

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