Bündner Wohneigentum

Zeitschrift des Hauseigentümerverbands Graubünden

Ausgabe 119 | November 2022

Zurück zur Übersicht

Schimmel in Wohnräumen

Das Erscheinungsbild von Feuchtigkeitsproblemen in Häusern und Wohnungen ist vielfältig: Es reicht von kleinsten Schimmelflecken bis hin zu häufig beschlagenen Fensterscheiben, grossflächigem Schimmelbewuchs und Stockflecken in verschiedenen Räumen. 

Heute treten Feuchtigkeits- und Schimmelprobleme in jedem vierten bis fünften Haushalt auf. Durch die zunehmend dichtere Bauweise hat die Problematik rund um Schimmelpilz in den letzten Jahren markant zugenommen. Schimmelpilzsporen erweisen sich als äusserst widerstandsfähig und als Meister in Flugtüchtigkeit. Kein Wunder sind Schimmelpilzsporen nicht nur am Boden, sondern auch in der Land- und Stadtluft allgegenwärtig. Dies stellt noch kein Problem dar. Erst wenn die Sporen auf kühle und feuchte Oberflächen treffen, entwickelt sich Schimmelpilz.

Da fühlt sich der Schimmelpilz wohl

Wie alle Pilzarten benötigt auch der Schimmelpilz ein feuchtwarmes Klima, um gedeihen zu können. Zudem muss der Ort möglichst zugluftgeschützt sein. In Wohnräumen verschärfen sich die Feuchtigkeitsprobleme meist im Herbst und Winter. Räume mit kühlen Wänden und einer hohen Feuchtigkeitslast sind besonders anfällig auf Schimmelwachstum. Zum Beispiel in Schlafzimmern, da diese oft kühlere Temperaturen aufweisen und nachts durchs Atmen und Schwitzen viel Feuchtigkeit freigesetzt wird. Bäder und Küchen sind durch die hohe Feuchteproduktion am meisten betroffen. 

Schimmel muss vollständig entfernt werden

Tritt in Räumen Schimmelwachstum oder Schimmelgeruch auf, ist eine sachliche Beurteilung der Situation für alle Beteiligten hilfreich. Während bei Schimmelbefall der Kategorie 0 keine gesundheitliche Gefährdung besteht, kann dies bei den Kategorien 1 und 2 der Fall sein. Zudem besteht die Gefahr, dass die Bausubstanz ernsthaft Schaden erleidet. 

Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Sanierung ist die Kenntnis über die Ursache der zu hohen Feuchtigkeit. Die Ursache muss als Erstes geklärt und behoben werden. Geringe Schimmelspuren der Kategorie 0 können von Laien, ohne mit Gesundheitsbelastung rechnen zu müssen, beseitigt werden. Auch eine oberflächliche Verschimmelung der Kategorie 1 kann zum Teil selbst behandelt werden. Essenziell bei einer Schimmelsanierung ist das vollständige Entfernen des Schimmels. Lediglich ein Überstreichen der schadhaften Stellen löst zwar kurzfristig das Problem, unter der Anstrichschicht wuchert der Pilz jedoch weiter.

Mindestens dreimal täglich lüften.

Richtiges Lüften hilft

Ist der Schimmel erst einmal beseitigt, gilt es, mit geeigneten Massnahmen ein erneutes Anwachsen zu verhindern. Richtiges Lüften hilft. Als Faustregel gilt: Mindestens dreimal täglich durch Öffnen aller Fenster und Türen während 5 bis 10 Minuten mit Durchzug lüften. In älteren Gebäuden mit neuen Fenstern und schlechter Wärmedämmung sollte häufiger gelüftet werden. Dasselbe gilt für Wohnungen, in welchen viele Personen auf engem Raum leben und für Neubauten oder Gebäude nach grösseren Umbauten. Dauerlüften durch geöffnete Kippfenster soll man während der Heizperiode vermeiden und im Winter sollte keine Wäsche in der Wohnung aufgehängt werden.

Die Broschüre «Vorsicht Schimmel» ist in gemeinsamer Trägerschaft von BAG, HEV, MV und SVIT entstanden und kann unter www.bundespublikationen.admin.ch bestellt werden.

www.hev-mittelbuenden.ch

Karin Iseppi

Präsidentin HEV Mittelbünden

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten

Asbest ist nach wie vor allgegenwärtig

Lesen

Mit einer massgeschneiderten Finanzierung lässt es sich gut schlafen

Lesen