Bündner Wohneigentum

Online-Magazin des Hauseigentümerverbands Graubünden

Ausgabe 124 | März 2023

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Sicher heizen im Strommangelwinter

Eine allfällige Strommangellage wird das für viele ungewohnte Heizen mit Holzfeuerungen wie Öfen und Cheminées regelrecht pushen. Das Feuern mit Holz und der Einsatz von Elektroöfen birgt hohe Brand- und sogar Vergiftungsgefahren und will gelernt sein. Kerzen haben schon manchen Brand ausgelöst.

Die Energiekrise bewegt die Schweiz. Befürchtungen, dass diesen Winter Gas und Strom knapp werden könnten, führen in der Bevölkerung zu Unsicherheiten. Die stark gestiegene Nachfrage nach Brennholz und Elektroöfen weist darauf hin, dass Mieter und Wohneigentümer planen, im Falle von Strom- und Gasausfällen, die Wärmeerzeugungsmethoden vergangener Zeiten zu reaktivieren. Sie gedenken den sporadisch genutzten Ofen oder das selten verwendete Cheminée zu reaktivieren, Elektroöfen aus dem Schrank zu nehmen und sie kaufen einen grossen Vorrat an Kerzen ein.

Unterhalt und richtige Handhabung von alternativen Heizmethoden

Öfen und Cheminées sind bei fehlerhafter Inbetriebnahme, falscher Anwendung oder bei Unachtsamkeit gefährlich, weil sie Brände auslösen oder giftige Abgase in den Raum ausströmen und Personen gefährden können. Sie sollten Öfen, Cheminées und Kamine, welche schon länger nicht mehr in Betrieb waren, vor dem ersten Gebrauch unbedingt von einem Kaminfeger oder Hafner kontrollieren lassen. Vom Einsatz von Elektroöfen ist wegen des extrem hohen Stromverbrauchs im Sinn der Solidarität ganz abzuraten. Zumindest müsste vorgängig geprüft werden, ob alle Stecker, Schalter und Kabel in Ordnung sind. Kerzen sind kein effektives Heizverfahren und die Gefahr, die von ihnen ausgehen, wird oft unterschätzt. Stellen Sie diese standfest sowie auf nicht brennbarer Unterlage auf und benützen Sie eine nichtbrennbare Kerzenhalterung. Lassen Sie brennende Kerzen nie aus den Augen.

Richtig feuern

Beim Feuern mit Holz sind einige Regeln zu beachten. Die Frischluftzufuhr muss jederzeit gewährleistet sein. Bei alten und undichten Gebäuden ist dies meistens kein Problem. Bei älteren, sanierten Gebäuden mit nun dichterer Gebäudehülle sowie bei Minergie-Gebäuden ist die Frischluftzufuhr nicht immer gewährleistet. Es kann via Dampfabzug zu einem Unterdruck in der Wohnung und in der Folge zu einem Rauchübertritt kommen, was zu Personen- und Rauchschäden führen kann. Entfernen Sie Teppiche und Möbel aus der Nähe des Feuers. Feuern Sie richtig an: Wenn Sie Rauch vermeiden wollen, sollten Sie von oben nach unten anfeuern, Hinweise im Link: www.fairfeuern.ch/index.php?id=9. Verwenden Sie nur trockenes, mindestens zweijähriges Brennholz und kein Abfallholz. Öfen können bei zu starker Beladung und ständigem Nachlegen überhitzen und Brände auslösen. Benutzen Sie niemals Brandbeschleuniger (Sprit, Benzin). Ein Ofen darf nicht ständig am Limit laufen. Melden Sie Ihrem Kaminfeger, dass die Anlage wieder betrieben wird und die Reinigung vorgenommen werden muss.

Beim Feuern mit Holz sind einige Regeln zu beachten.

Asche korrekt entsorgen

Behandeln Sie Holzasche richtig. Asche gehört niemals direkt in den Kehrichtsack. Asche kann bis 48 Stunden glühen und soll in einem Metalleimer mit Deckel auskühlen. Der Eimer ist auf nichtbrennbaren Boden zu stellen. Ascheneimer erhalten Sie von Ihrem Kaminfeger oder direkt bei der Gebäudeversicherung Graubünden, Ottostrasse 22 (direkt abgeholt gratis, zugesandt für 10 Franken).

Die Beratungsstelle für Brandverhütung BFB hat einfache, aber wirkungsvolle Ratschläge zusammengestellt:
www.bfb-cipi.ch/gas-und-strommangel

Markus Feltscher

Direktor Gebäudeversicherung Graubünden

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