Bündner Wohneigentum

Zeitschrift des Hauseigentümerverbands Graubünden

Ausgabe 114 | September 2021

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Sicher und geschützt wohnen

Niemand will sein Eigenheim monatelang trocknen müssen oder Erinnerungsstücke als Folge von Überschwemmung, Rüfenniedergang oder Lawine verlieren. Kluge Gebäudeeigentümer sehen sich vor und beurteilen die Gefährdung ihrer Liegenschaft durch Naturgefahren mit dem einfachen Präventionstool des Onlineportals «Schutz vor Naturgefahren» und lassen sich bei bestehenden Bauten beraten und allenfalls finanziell unterstützen.

Der Klimawandel ist Tatsache. Er beeinflusst unser Leben durch intensivere und lokale Starkregen, welche Überschwemmungen, Oberflächenwasser und Rüfen auslösen. Stürme und Hagelereignisse nehmen ebenfalls zu. Die Schweiz ist davon doppelt so stark betroffen wie der weltweite Durchschnitt. Es genügt nicht mehr, nur die Ursachen des Klimawandels zu bekämpfen.

Grundeigentümer müssen auch ihre Liegenschaften schützen. Defekte Storen sind unangenehm, ein überschwemmter Keller jedoch muss zuerst ausgepumpt und wochenlang getrocknet werden.

Nicht zu reden von den lieb gewonnenen Dingen, die im Untergeschoss lagern und durch ein Ereignis möglicherweise irreversibel zerstört werden. 

Mit wenig Aufwand viel bewirken. Die Präventionsplattform www.schutz-vor-naturgefahren.ch gibt Auskunft.

Sicher bauen, Bestehendes schützen

Gute Planung und nachhaltiges Bauen werden immer wichtiger, um sicher und geschützt wohnen zu können. Wirtschaftliches und flächensparendes Bauen muss mit Sicherheit und Lebensqualität verbunden werden. Ingenieure, Architekten, Bauherren und Gebäudeeigentümer sind daher gefordert. Resiliente Gebäude zu realisieren ist bei Neubauten am einfachsten zu bewerkstelligen – aber oft mit kleinen Mehrkosten verbunden. Ein etwas höherer Lichtschacht, eine leicht erhöhte Garageneinfahrt oder ein Stellriemen zur Strasse kosten wenig. Hingegen ist es teurer, bestehende Bauten anzupassen. Der Naturgefahrenpräventionsexperte der Gebäudeversicherung Graubünden GVG berät in der Planungsphase und begleitet bei Bedarf auch die Bauphase. Er prüft die Verhältnismässigkeit und hilft, wirtschaftliche Lösungen zu finden. Dabei kann er bei bestehenden Bauten einen Beitrag von 25 Prozent der anrechenbaren Kosten sprechen. Weitere Informationen bezüglich des Beitragswesens können über den QR-Code auf der Webseite der GVG im Bereich Elementarschadenprävention eingesehen werden.

Ist mein Gebäude gefährdet?

Wie kann ein Liegenschaftsbesitzer die Gefährdung seines Gebäudes durch Naturgefahren abschätzen? Die kantonalen Gebäudeversicherungen betreiben seit einigen Jahren die Präventionsplattform www.schutz-vor-naturgefahren.ch. Diese bietet einen standortspezifischen Naturgefahrencheck an. Auf der Startseite der genannten Plattform kann auf unterschiedliche Art, so beispielsweise mit einem Ort, einer Strassen- oder Grundstücknummer, ein Grundstück gesucht werden. Die Plattform zeigt auf, welchen Naturgefahren das eigene Gebäude respektive das Grundstück ausgesetzt ist. Unterschiedliche Benutzerprofile helfen, die erforderlichen Angaben zu den verschiedenen Naturgefahren in Erfahrung zu bringen sowie Detailinformationen zum möglichen Gebäudeschutz und zu geprüften Bauteilen zu bekommen. Angaben über gravitative Naturgefahren findet man über die Auswahl «Lokale Gefährdung abklären» auf der linken Seite im Navigationsbereich. Dort werden Gefährdungen durch Wasser, Felssturz, Lawinen und Rutsch einzeln betrachtet. Der grüne Pin kann für neue Standortabfragen einfach auf andere Stellen innerhalb des Kartenausschnitts verschoben werden.

Markus Feltscher

Direktor Gebäudeversicherung Graubünden

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