Bündner Wohneigentum

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Ausgabe 128 | März 2025

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Willkommen auf dem Zauberberg – am 27. Juni 2025

Die diesjährige Delegiertenversammlung des HEV Graubünden wird am 27. Juni an einem geschichtsträchtigen Ort abgehalten. Er erinnert an alte Kurzeiten in den Sanatorien und veranschaulicht die Wandlung von Davos zum Gesundheitsplatz der Moderne. Seien Sie, sehr geehrte Damen und Herren Delegierte, Gäste und Behördenvertreter, herzlich zur DV in Davos eingeladen, in die Vergangenheit zu schweifen und die Entwicklung eines modernen Medizin Campus mitzuerleben.

Die Davoser Kurgeschichte beginnt im Jahre 1853. Die damaligen Pioniere Alexander Spengler aus Deutschland und der Holländer Willem Jan Holsboer erkannten die heilende Wirkung des Davoser Klimas. Sie sahen die grossen Zukunftsmöglichkeiten von Davos. Sie errichteten 1868 das erste Curhaus (heutiges Hotel Europe). Holsboer war auch massgeblich für die Erstellung der Eisenbahnlinie von Landquart nach Davos im Jahr 1890 verantwortlich. Hotels, Pensionen, Sanatorien und Villen wuchsen wie Pilze aus dem Boden. Innerhalb weniger Jahre wurde aus einem 1700-Einwohner-Bergbauerndorf die höchste Stadt Europas mit 10’000 Einwohnenden und 25‘000 ständigen Kurgästen.

Foto: Destination Davos Klosters/Andrea Badrutt

Der Tod, das war Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa die Tuberkulose, mit der jeder Zweite infiziert war und die jeden Siebten umbrachte. Davos galt als einer der wenigen Orte weltweit, an dem die Krankheit geheilt werden konnte. Es gab damals keine zielgerichtete Therapie gegen die Tuberkulose. Die Patienten mussten insgesamt sechs Stunden am Tag auf dem Balkon an der frischen Luft liegen, eingehüllt in Decken, morgens, mittags und abends je zwei Stunden. Ein empirischer Beweis für die Wirksamkeit dieser Therapie wurde nie erbracht.

«In Hans Castorps Fall glich der erste Oktobertag auf ein Haar dem letzten Septembertage; er war ebenso kalt und unfreundlich wie dieser, und die nachfolgenden waren es auch. Man brauchte den Winterpaletot und beide Kamelhaardecken in der Liegekur; nicht nur abends, sondern auch am Tag; die Finger, mit denen man sein Buch hielt, waren feucht und steif, wenn auch die Backen in trockener Hitze standen, und Joachim war versucht, seinen Pelzsack in Gebrauch zu nehmen; er unterliess es nur, um sich nicht vorzeitig zu verwöhnen» (aus dem Roman „Zauberberg“, im Kapitel «Launen des Merkur», Thomas Mann, 1924).

Die Tuberkulose-Kur machte Davos reich. Heute weiss man: Hinter der Höhenluft-Kur standen mehr Geschäftsinteressen als medizinische Beweise. Und manch ein Patient war überhaupt nicht krank, aber er verbrachte Jahre in den Liegehallen.

Dieses Geschäftsmodell lief zu Beginn der 50iger Jahre aus. Ein Tuberkulose-Medikament versprach schnelle Heilung vor Ort zu Hause. Die Heilstätten, Pensionen und Hotels entleerten sich. … Heute sind nur noch zwei der zahlreichen Höhenkliniken von damals in Betrieb. Sie dienten lange Zeit der Genesung allergischer und infektiöser Erkrankungen der Luftwege und der Lungen. Heute sind diese Kliniken auf Clavadel und im Wolfgang zu modernsten Rehabilitationszentren umgestaltet worden. Unser Tagungsort, die Hochgebirgsklinik Davos, ist auf die Bereiche Kardiologie, Pneumologie, Dermatologie, Allergologie und Psychosomatik für Erwachsene, Kinder und Jugendliche spezialisiert. Auf dem Gelände der grössten Reha-Klinik Graubündens wird zusätzlich translationale Allergie- und Kardio-Forschung mit einer einzigartigen Daten- und Biobank auf international höchstem Niveau betrieben.

Die Davoser Kurgeschichte schreibt ein neues Kapitel. Der Gesundheitsstandort Davos ist im Wandel. Der Zauberberg 2.0 lebt.

Seien Sie, sehr geehrte Damen und Herren, herzlich bei uns auf Tafaas willkommen.

Wir freuen uns auf Sie. Bis zur Delegiertenversammlung vom Freitag, 27. Juni 2025, ab 10.45 in Davos Wolfgang.

Dr. Patrik Wagner

Präsident HEV Davos

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